Die Weiherkaskade Lindelburg – Was bisher passiert ist und was die Bürgerinitiative erreicht hat
Nach der Übernahme der Dürrenbacher Weiher durch die Pächtergemeinschaft ca. 2022 wurden die Weiher zunächst behutsam und naturnah bewirtschaftet. Viele Bürgerinnen und Bürger nahmen diese Phase positiv wahr - die Weiher wirkten gepflegt, die Nutzung schien im Einklang mit der Natur zu stehen.
Doch leider hat sich die Situation grundlegend geändert und wir wollen mit unserem Engagement die tatsächlichen Zustände bekanntmachen und verdeutlichen, dass hier nicht „alles in Ordnung und genehmigt ist“, wie es vom Vorstand des Weihervereins bis jetzt immer wieder behauptet wurde!
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Ein sensibles Gebiet – höchste Schutzstufen
Die obere Weiherkette liegt vollständig im Bereich mehrerer Biotope mit höchsten Schutzstufen. Dazu gehören:
Quellbereiche
Schilfgürtel
Feuchtwiesen
Uferzonen des Dürrenbachs
Diese Bereiche sind nach § 30 BNatSchG und Art. 23 BayNatSchG sowie § 39 BNatSchG und/oder Art.16 BayNatSchG streng geschützt. Eingriffe sind nur mit Genehmigung zulässig – und genau diese Genehmigungen fehlten.
Erste Verstöße: Verrohrung des Dürrenbachs (2023)
Da der Weiherverein keine Einsicht zeigte und die Verrohrung nicht selbst vollständig entfernt, übernehmen nun die Bayerischen Staatsforsten die Entfernung der Rohre und die fachgerechte Entsorgung, damit wohl der entstandene Schaden durch weitere Uneinsichtigkeit des Verursachers nicht noch größer wird.
Diese Arbeiten werden aus öffentlichen Mitteln finanziert – also auf Kosten der Allgemeinheit.
Ein Eingriff, der nie hätte stattfinden dürfen, belastet damit nun die Bürgerinnen und Bürger finanziell.
Zunehmende Eingriffe – die Situation eskaliert
In den folgenden Jahren wurden die Eingriffe immer massiver:
großflächige Rodung von Gehölzen
Fällung von Bäumen
Installation von Belüftungsanlagen in den Weihern
Drainagerohre und Gräben im Schilfgürtel, um Wasser künstlich zuzuführen – absolut illegal!
wiederholte großflächige Rodung des Röhrichts auch in den Schutzzeiten – was ebenfalls absolut nicht erlaubt ist!
massive Bodenverdichtung durch Maschinen
Diese Maßnahmen veränderten das Biotop sichtbar und nachhaltig!
Illegale Baustelle im Biotop (2025–2026)
In den Jahren 2025 und 2026 erreichte die Situation ihren Höhepunkt. Im streng geschützten Biotop wurden illegal:
schwere Baumaschinen abgestellt
mehrere hundert Meter Rohre gelagert
Mineralbeton großflächig in das Biotop eingebracht
ein Wendehammer errichtet
eine größere Hütte mit Betonfundament gebaut
eine PV‑Anlage mit Betonfundament installiert
Diesel und Benzin dort gelagert
verschiedenes Material sogar in Ufernähe des Dürrenbachs abgelegt
All dies ohne Genehmigung, ohne naturschutzfachliche Prüfung und entgegen jeder Vorschrift.
Die Bürgerinitiative wird aktiv
Viele Anwohner, Spaziergänger und Naturfreunde meldeten sich bei der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde. Auch der Bund Naturschutz (BN) schaltete sich ein.
Die Bürgerinitiative Lindelburg übernahm eine zentrale Rolle:
Was die BI konkret getan hat:
Dokumentation aller Eingriffe (Fotos, Videos, Karten, Zeitreihen)
Anfragen nach dem Umweltinformationsgesetzt (UIG) an Behörden, um Akten, Genehmigungen und Vorgänge offenzulegen
Meldungen an die Untere Naturschutzbehörde (UNB)
Hinweise an die Bayerischen Staatsforsten
Öffentliche Aufklärung über Website und soziale Medien
Forderungskatalog für Renaturierung und Rückbau
kontinuierliche Kontrolle des Gebietes
Koordination mit Bürgern, BN und Fachleuten
beharrliches Nachfragen, bis Behörden reagierten
Ohne diese Arbeit wäre der Großteil der Eingriffe nie öffentlich geworden.
Behörden reagieren – endlich!
Durch den Druck der Bürgerinitiative und der Öffentlichkeit wurden die Behörden aktiv:
die Untere Naturschutzbehörde verfolgt den Vorgang nun offiziell
die Bayerischen Staatsforsten forderten mehrfach die Entfernung der Verrohrung
da die Pächtergemeinschaft dem nur teilweise nachkam, wird die Verrohrung nun durch die Bayerischen Staatsforsten selbst entfernt – auf Kosten des Steuerzahlers
Baustopp für alle weiteren Maßnahmen im Biotop
Entfernung aller gelagerten Materialien angeordnet
Entfernung aller Gefahrstoffe (Diesel, Benzin)
Rückbau illegaler Einbauten eingeleitet
Kontrollen im gesamten Weiherbereich laufen
Dies sind direkte Ergebnisse der Arbeit der Bürgerinitiative.
Was jetzt zählt
Die Weiherkaskade ist ein wertvolles Naturgebiet. Die Bürgerinitiative hat gezeigt, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger viel bewegen können:
Missstände aufdecken
Behörden zum Handeln bringen
Natur schützen
Transparenz schaffen
Renaturierung einfordern
Die BI bleibt dran – bis das Biotop wieder das ist, was es sein soll:
Ein geschützter, lebendiger Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen.